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Simone Kühnlein
Verwaltung Turnverein Geisenhausen

Freitag, 02 Dezember 2016 10:35

Hero de Janeiro

Erich Winkler berichtet von den Paralympics

 

Winkler 2016 2

Vollbesetzt war das Nebenzimmer der Brauhausstuben, als Erich Winkler von seinen Erlebnissen bei den diesjährigen Paralympics in Rio de Janeiro berichtet. Und alle die gekommen waren, brauchten ihren Besuch auch nicht bereuen. Herrliche Bilder und einen Erich Winkler wie man ihn kennt – sympathisch, bescheiden und mit einem Humor, der die Zuhörer immer wieder zum Lachen brachte.

Dabei war es während des Films oft mucksmäuschenstill – gebannt verfolgten die Zuschauer die Geschehnisse auf der Leinwand. Dabei bekamen sie einen Einblick in das Leben eines Spitzensportlers. „Die Qualifikation dauert zwei Jahre mit verschiedensten Wettbewerben“ so Erich Winkler. Der größte Erfolg war dabei die Deutsche Meisterschaft im Straßenrennen in diesem Jahr. Zwischen den Wettbewerben sind immer wieder Trainingslager, Tests im Windkanal und vor allem Dopingkontrollen. „Rund um die Uhr muss den Dopingkontrolleuren mein Aufenthaltsort bekannt sein“. Für den Test im Windkanal sei er extra nach Amerika gereist und eine Stunde Test habe ihm 1800 Euro gekostet ("aber eine Sekunde pro Kilometer schneller kann entscheidend sein").

Bei den Bildern von den Wettbewerben und aus den Rennen kam dann Stimmung fast wie im Stadion auf. Gefesselt von der Dramatik, als Erich Winkler im 3000 Meter- Rennen mit der Prothese aus dem Klickverschluss rutscht, war der Aufschrei in den Brauhausstuben fast so groß wie in Rio. Da er wegen des Missgeschicks aber noch einmal starten durfte, gab es für ihn eine letzte Chance. Ohne Gegner, nur gegen die Uhr und bereits 2000 Metern in den Beinen aus dem ersten Rennen – die Chancen schienen gering. Beeindruckende Bilder brachten die Stimmung aus dem Stadion direkt in die Brauhausstuben – die Zuschauer waren in den Bann des Rennens gezogen. „Die fachkundigen Zuschauer in Rio und mein Fanclub peitschten mich voran“ berichtete Erich Winkler von einem fantastischen Rennen, der ihm den Weg ins Rennen um die Bronzemedaille brachte. Gegen den kognitiv behinderten Niederländer, aber mit gesunden Gliedern, hatte er keine Chance. Wie schon mehrmals blieb ihm der vierte Platz. „Der vierte Platz ist nix“ meinte ein etwas enttäuschter Erich Winkler und bekannte ehrlich, dass er schon enttäuscht gewesen sei. Frenetischer Applaus in den Brauhausstuben gaben aber zum Ausdruck, was die Zuhörer von einem Platz vier hielten. Mit dem Kommentar „da stehst do mit deine Blumen und die anderen mit einer Medaille“ kam schon wieder der lustige Erich Winkler hervor. Nicht erwähnt hat er, dass er schon eine Bronzemedaille sein Eigen nennen darf.

Viele Erlebnisse hatte der sympathische Sportler noch zu berichten. Vom vierten Platz im Straßenrennen, von begeisterten Zuschauern in Rio, von einem Studiointerview im Fernsehen, von einem sehr schönen olympischen Dorf mit dem Deutschen Haus oder dem Empfang bei Ministerpräsident Horst Seehofer – und von „seinem Fanclub“, bestehend aus seiner Frau Karin, Familienangehörigen und Freunden, denen er auch die tollen Aufnahmen verdankte.

Neben den sportlichen Ereignissen war der Vortrag aber auch ein Lehrstück für Lebenseinstellung. Trotz der Behinderung nach seinem Motorradunfall ist Erick Winkler dem Sport treu geblieben. „Früher spielte ich Fußball und war Skifahrer, jetzt habe ich mich fürs Radfahren entschieden“. Und warum er überall so beliebt ist, zeigten seine Bemerkungen zur Belustigung der Besucher. „Da sieht man meine Wampe“, meinte der gertenschlanke Athlet zu einem Foto, weil er da zwischen den Wettkämpfen einmal zwei Kilo zugenommen hatte und er sich als Fan von Kuchen outete („auch wenn es nicht ins Trainingsprogramm passt“). Auch ein Weißbier zur rechten Zeit gönnt sich der Vorzeigeathlet nach seinen Worten, weil er „trotz Training und Hochleistungssport eine Lebensqualität bewahren möchte“ und erinnerte daran, dass sich ein Leben schon in der nächsten Sekunde ändern könne. Nachdenklichkeit herrschte auch nach seinen Bemerkungen über die Slums in Rio und die Behinderungen anderer Menschen. „Da merkt man erst, wie gut wir es haben“.

Begrüßt hatte zu Beginn des Vortrags Franz Wolfsecker, Vorsitzender des TVG, die Gäste und vor allem Erich Winkler. Es erklärte, dass es keine Selbstverständlichkeit für einen Verein sei, einen so herausragenden Sportler in seinen Reihen zu haben.

Die Bilder vom Abend